Author Archives: Benjamin Pütter

About Benjamin Pütter

Initiator und Geschäftsführer von XertifiX e.V.

Ausbeuterische Kinderarbeit in indischen Steinbrüchen gerichtlich bestätigt!

Als XertifiX Anfang dieses Jahrtausends auf Kinderarbeit in indischen Exportsteinbrüchen hinwies, gab es verschiedene Reaktionen:

  • ungläubiges Staunen
  • den Willen, etwas zu verändern
  • oder aber den Versuch, juristisch gegen XertifiX vorzugehen.

Zu Beginn des Jahres 2009 wurden sogar zwei gleich lautende Unterlassungsklagen von Natursteinhändlern gegen XertifiX eingeleitet, die jeweils zwei Klagepunkte beinhalteten:

Zum einen um das Verbot der Behauptung, dass es in indischen Steinbrüchen Kinderarbeit gibt, zum anderen um das Verbot von Appellen an die Verbraucher, ihre Stadt oder Kommune aufzufordern, die Friedhofssatzungen so zu ändern, dass nur noch Grabsteine ohne Kinderarbeit aufgestellt werden dürfen.

Die erste Unterlassungsforderung hielt das Gericht von vorne herein für unbegründet. Sowohl das hohe Gericht in Darmstadt, wie auch diejenigen in Ansbach, Nürnberg und Frankfurt stellten eindeutig klar, das XertifiX weiterhin die Wahrheit sagen darf und damit auf Missstände in indischen Exportsteinbrüchen aufmerksam machen darf.

Auch im zweiten Punkt konnten sich die Kläger nicht durchsetzen. Es kam zu einem Vergleich. XertifiX wird solange Gemeinden nicht mehr dazu auffordern, nur noch Grabsteine ohne Kinderarbeit aufzustellen, bis nicht die gesetzlichen Grundlagen auf Landesebene hierzu geschaffen wurden. Die Bundesregierung hat bereits vor einigen Wochen auf Anfrage aus dem deutschen Bundestag hin klargestellt, dass Bundesgesetze nicht im Wege stehen, wenn derartige Änderungen von Friedhofssatzungen vorgenommen werden. Der Ball liegt nun also bei den Landesregierungen und diese sind gefordert, gesetzliche Regelungen zu treffen, die es Gemeinden erlauben, ihre Friedhofssatzungen entsprechend zu ändern.

Nun kann XertifiX sich wieder auf die wirklich wichtige Arbeit konzentrieren, dem Zertifizierungsprozess von indischen Natursteinen ohne Kinderarbeit, um so die Lebenssituation indischer Kinder und ihrer Familien zu verbessern!

ZDF – Die schönsten Weihnachtshits – Spendengala mit Carmen Nebel

Im Rahmen der ZDF Spendengala am 2. Dezember um 20.15 wird auch über einen Exportsteinbruch berichtet, der unter XertifiX Lizenz läuft …

Spendengala mit Carmen Nebel im ZDF am 2. Dezember 2009

MISEREOR und „Brot für die Welt“ haben ein gemeinsames Spendenkonto eingerichtet:
Konto 250 bei der Bank für Sozialwirtschaft, BLZ 370 205 00

ARTE Bericht über XertifiX

Am 25. November 2009 um 22.30 Uhr berichtete der Fernsehsender ARTE in der Sendung ZOOM EUROPA über die Arbeit von XertifiX.

Nähere Infos können Sie hier für 7 Tage einsehen.

Sozialenzyklika Papst Benedikts: Caritas in veritate

Hier zwei Auszüge aus dieser ausgezeichneten Enzyklika:

Gefordert wird “ … eine Arbeit, die es gestattet, die Bedürfnisse der Familie zu befriedigen und die Kinder zur Schule zu schicken, ohne daß diese selber gezwungen sind zu arbeiten …“

Und weiter führt der Papst aus: „Es ist gut, daß sich die Menschen bewußt werden, daß das Kaufen nicht nur ein wirtschaftlicher Akt, sondern immer auch eine moralische Handlung ist. Die Konsumenten haben daher eine klare soziale Verantwortung, die mit der sozialen Verantwortung des Unternehmens einhergeht. Sie müssen ständig zu der Rolle erzogen werden, die sie täglich ausüben und die sie in der Achtung vor den moralischen Grundsätzen ausführen können …“

Das Verbot von Kinderarbeit muss also einhergehen mit der Veränderung unseres Kaufverhaltens!

Ein Ohrfeige des Papstes für den Darmstädter Richter, der verhindern wollte, dass der Verkauf von Produkten aus Kinderarbeit (Natursteine aus Indien) in Deutschland schlecht gemacht wird.

„Geht es den Kindern in Indien nicht noch schlechter, wenn sie nicht mehr arbeiten dürfen?“

Immer wieder wird mir diese Frage gestellt und ich habe daher die Argumente dagegen aufgeschrieben.
Schauen Sie doch mal nach – Die Ausführung finden Sie unter  „Kinderarbeit / Kinder- und Sklavenarbeit in Steinbrüchen“.

Benjamin Pütter

Gerichtlich bestätigt: ausbeuterische Kinderarbeit in Indischen Exportsteinbrüchen!

Ein Zusammenschluss mehrerer Steinmetze hat sich mit dem Ziel, XertifiX finanziell zu schaden, gegründet und zwei Unterlassungsklagen gegen den Verein mit seinem Vorsitzenden Dr. Norbert Blüm und gegen den Geschäftsführer, Benjamin Pütter, angestrengt. Bereits vor einigen Monaten wurde nun in erster Instanz in Darmstadt und am 20. Mai in Ansbach verhandelt. Man wollte uns untersagen zu behaupten, dass es Kinderarbeit in indischen Exportsteinbrüchen gibt. Bereits während der Verhandlung in Darmstadt gab der klagende Steinmetz  – in die Enge getrieben – zu, dass es in „Teilbereichen“ der Produktion in den Steinbrüchen Kinderarbeit gibt, „aber doch nicht in allen Teilen“. Letzteres haben wir auch noch nie behauptet und somit brach dieser Anklagepunkt in sich zusammen. Während der zweiten Verhandlung in Ansbach dann sprach der dortige Richter mit deutlichen Worten die Kläger nochmals an und forderte sie auf, es zu unterlassen, gegen XertifiX und Benjamin Pütter in dieser Sache zu klagen. Sinngemäß sagte er: “Sie werden von keinem deutschen Gericht einen Beschluss bekommen, der es Herrn Blüm mit seinem Verein XertifiX sowie Herrn Pütter verbieten wird, über Kinderarbeit in indischen Exportsteinbrüchen zu berichten.“

Weiterhin sollten wir es unterlassen, Kommunen darauf hinzuweisen, es bestünde die Möglichkeit, Friedhofssatzungen dahingehend zu ändern, dass nur noch Grabsteine ohne Kinderarbeit aufgestellt werden dürfen. Ob es überhaupt rechtlich zulässig ist, dass Kommunen dies beschließen ist zweifelhaft und wir hatten uns daher bereits schriftlich verpflichtet, derartige Aufrufe erst wieder zu starten, wenn die politisch Verantwortlichen hierfür eine rechtliche Grundlage geschaffen haben. Dass wir dennoch in diesem Punkte verurteilt wurden, ist für uns nicht nachvollziehbar und wir werden daher diesbezüglich in Berufung gehen.

Die schriftliche Urteilbegründung von Ansbach liegt uns noch nicht vor, aber auch die Darmstädter Urteilsbegründung hat bei uns größtes Erstaunen vorgerufen. So werden Tatsachen falsch dargestellt und der Richter schreibt, was er für „wünschenswert“ hält, nämlich, dass die Friedhofssatzungen nicht in unserem Sinne geändert werden. Auch hatte er in der Verhandlung bereits deutlich seine Meinung vertreten, nämlich, dass der faire Handel nichts bewirkt hätte und nichts bringe. Dieser Meinung darf er sein, sie darf unserer Ansicht nach aber nicht Grundlage für seine Rechtsentscheidung sein.

Der Richter hatte deutlich gemacht, dass der Verkauf von Waren aus Kinder- und Sklavenarbeit in Deutschland erlaubt ist und es uns daher nicht zusteht, derartige Produkte madig zu machen. Für mich heißt dies, dass auch die Stiftung Warentest verboten werden müsste, da auch sie Produkte madig macht und diese dann weniger verkauft werden als die positiv bewerteten.

Abschließend ist anzumerken, dass wir davon ausgehen, dass beide Klagen rechtswidrig sind, da Mehrfachklagen unzulässig sind: Beide Unterlassungsklagen sind wortgleich. Wir akzeptieren daher nicht die Rechtsauffassung des Darmstädter Gerichts, dass 2 Klagen nicht „mehrfach“ sei, sondern dass es hierfür z.B. 14 solcher gleichlautender Unterlassungsklagen bedürfe.

WIR LASSEN UNS NICHT VERBIETEN ZU SAGEN, WAS GEGEN KINDERARBEIT GETAN WERDEN KANN!

Benjamin Pütter

Über den Prozess berichteten von der BILD Zeitung bis hin zu vielen lokalen Zeitungen viele Printmedien und mehrere Fernseh- und Hörfunksender:

z.B. brachte das Domradio Köln ein Interview mit Dr. Norbert Blüm und der SWR eines mit Benjamin Pütter.

Soziale Projekte

Auf unserer Homepage tut sich wieder mal was. Seit ein paar Tagen ist die neue Unterrubrik „Soziale Projekte“ online. Klicken sie doch mal rein und sehen nach, was wir in diesem Bereich so alles unternehmen – und dies ist erst der Anfang! Vielen Dank an das Hilfswerk MISEREOR, mit welchem wir in diesem Bereich kooperieren.

Possibly Indian stone exporters as XertifX licencees soon / Model quarry in Rajasthan

Possibly Indian stone exporters as XertifX licencees soon

The general mode of operation of XertifiX has been and will continue to be importers signing a licence agreement with XertifiX Germany and their Indian trading partners subsequently being inspected independently (no child labour in the entire value chain).

It now turns out however that there is much discussion in India about products being produced in a „clean“ fashion, and that independent inspections are necessary in order to realize that.

In talks with a natural stone exporter where the main issue was to inform him that his German trading partner wanted him to be inspected by XertifiX, he said that he himself would like to become a licencee: „Why wait for pressure from Germany? It is in my very own interest as well that no exploitative conditions exist in my quarries and the quarries I purchase stones from,“ were his words. „If XertifiX offers independent inspections in order to ensure such conditions, and they furthermore promise to help if problems should arise, then it is a wonderful win-win situation. Why shouldn’t we be prepared to pay 3% extra for that as well?“

 

Model quarry to be set up in Rajasthan

The World Family Forum is a people’s organisation that has been working for fair trade and other issues for years. Its leader Mr. „Good-do“ is also a businessman working exclusively in fair trade. His company recently bought land in Rajasthan and is planning to set up a model quarry for red granite. In this quarry he wants to implement not only the explicit renunciation of child and bonded labour, but also further safety measures and training programmes for workers. Once the quarry is established he is also planning to sign a licence agreement with XertifiX rather than wait for the decision of his trading partners in the first world.

Benjamin Pütter reporting from his current stay in India

January 13, 2008, Kota – Budhpura – Kota (Sunday)

1. Talk with Mr. Mohan and his daughters in Budhpura

Mr. Mohan

Mr. Mohan is 35 years old [1] and has worked in a quarry for the past thirty years. He now suffers from TB (Silicosis) and is laid low. Now his wife has to work in the quarry in order to feed three of their daughters who still live at home. Two more daughters are already married. His wife, who has to work on Sundays, too, is therefore not at home, earns 50 Rupies a day (90 Euro Cents). She has one day off per month. She works a total of 335 days a year. All this makes it obvious that the family lives far below the poverty line. However, this fact is not recognized by the local authorities and Mr. Mohan is not granted a BLP-card (Below Poverty Line). Without this card however he is not entitled to free medication and other government benefits. Therefore he suffers without any medical assistance. In order to have some medication and see a doctor at least every now and then his twelve year old daughter, who like the others has never been to school, also has to work in the quarry.

Mr. Mohans Töchter

For twelve hours of work (the same as her mother) she earns 20 to 25 rupies (40 to 45 Euro Cents). When I ask her whether she would like to go to school she returns a look that pierces my heart deeply and that I cannot get out of my mind for days to come – with every fibre of her small being she screams „YES, YES, YES“, but her father only succinctly replies on behalf of her: “Rubbish!”

Is there noone in the Indian administration who will take care of this family’s fate? Since Mr. Mohan broke stones that now pave the streets in Germany there ought to be someone in Germany, too, who might like to help here…

Deeply moved and with a very queasy feeling I go on to the

2. Professional conference of the Rotary Club Kota on the issue of child labour in quarriesRotary Club

Once back in Kota I proceed straight to the Rotarians – according to themselves all members of the Indian middle class. For me, who spent the morning with the poorest of the poor, they are the super-rich! Wie auch immer, the chairperson is also an exporter of natural stones to Germany (and a XertifiX licencee) and England and according to his own statement the biggest producer of limestone in India. He did not invite the local Rotarians for this meeting but stone exporters, five representatives each for the different regions in South Rajasthan. Apart from two who are currently abroad all of the came and an extremely interesting and very open dialogue evolved. Sri Om Birla, the parliamentary secretary of state of the government of Rajastan adviser to the prime minister was surprisingly direct and critical towards the stone exporters. Furthermore, representatives of the Ministry of Mines of the central government are present as well.
BodhpuraI learn on site that the situation is particularly tense at the moment because a well regarded report was published in the British press before christmas, accusing all stone producers of illegally employing children and speaking of hundreds of thousands child labourers in the Indian stone export industry alone! The very detailed report in the German magazine „Naturstein“ (12/07) is known here, too, and is being much discussed.

The present exporters rightly ask me to put the facts right and also report on the social measures they have initiated as well as the fact that they are very well aware of the problem of child labour in parts of the stone export industry. They also stress that they are willing to face the challenges and accept independent inspections through XertifiX. If they do utter criticism, it is much more directed towards the rude, exclusively monetarily oriented behaviour of some German importers who, according to some of the exporters, are only interested in maximizing their profits and devoid of all human feeling. Despite these occasional human disappointments it is generally agreed that it should be possible within a couple of years to master the Bodhpuraproblem of child labour. The exporters even agree to start boykott measures against those producers who are not willing refrain from using child labour and who reject independent inspections. They are mainly suppliers from whom the exporters purchase stones. One of the problematic areas mentioned is Bodhpura, where I could personally meet dozens of child labourers only this morning – on a Sunday! All of them work on Kobals for export to Europe.

[1] Honestly: Who would have thought that he is really 35 when looking at his picture?

Pictures: Benjamin Pütter, India 2008

Eventuell bald indische Steinexporteure als XertifiX Lizenznehmer und Modellsteinbruch in Rajasthan

Eventuell bald indische Steinexporteure als XertifiX Lizenznehmer

XertifiX war und ist so angelegt, dass Importeure einen Lizenzvertrag mit XertifiX Deutschland schließen und daraufhin ihre indischen Handelspartner unabhängig kontrolliert werden (keine Kinder- und Sklavenarbeit in der gesamten Produktionskette).

Nun stellt sich aber heraus, dass auch in Indien derzeit viel darüber gesprochen wird, dass Produkte „sauber“ hergestellt werden sollten und unabhängige Kontrollen hierfür notwendig sind.

Bei dem Gespräch mit einem Natursteinexporteur, bei dem es nur darum ging, ihn davon in Kenntnis zu setzten, dass sein Deutscher Handelspartner die Kontrolle der Steinbrüche durch XertifiX wünscht, äußerte dieser, dass er selber Lizenznehmer werden möchte: „Warum auf „Druck“ aus Deutschland warten? – Es ist doch auch mein ureigenstes Interesse, dass es keine ausbeuterischen Verhältnisse in meinen eigenen Steinbrüchen, wie auch in den Steinbrüchen aus denen ich Steine beziehe, gibt.“ Waren seine Worte. „Wenn hierfür unabhängige Kontrollen von XertifiX angeboten werden und außerdem XertifiX verspricht, zu helfen, falls Probleme auftreten, dann ist dies doch eine wunderbare win-win Situation und warum sollten wird dann nicht auch bereit sein, hierfür 3% extra zu bezahlen?“

 

Bald Modellsteinbruch in Rajasthan

Das World Family Forum ist eine „Bürgerinitiative“, die sich seit Jahren u.a. auch um den Fairen Handel verdient gemacht hat. Herr „Good-do“, der Leiter ist ebenfalls Geschäftsmann und dies ausschließlich im Fairtrade Bereich. Seine Firma hat kürzlich Land in Rajasthan gekauft und plant dort, einen Modellsteinbruch zu eröffnen (roter Granit). Nicht nur der ausdrückliche Verzicht auf Kinder- und Sklavenarbeit, sondern auch weiterer Arbeiterschutz und Arbeiterfortbildung soll dort umgesetzt werden. Wenn es soweit ist, wird wohl auch er einen Lizenzvertrag mit XertifiX direkt unterschreiben und nicht auf die Einsicht seiner Handelspartner in der ersten Welt warten.