ARD-Doku: Noch immer Kinderabeit bei Schokoladenproduktion

Eigen-Kontrollen der Industrie nicht wirksam

Im Jahr 2010 hatte der Filmemacher Miki Mistrati massive Kinderarbeit und Kinderhandel bei westafrikanischer Schokoladenproduktion in einer Dokumentation aufgedeckt. In den Medien wurde intensiv berichtet, und die Industrie versprach, durch Eigenkontrollen und Sozialprojekte Kinderarbeit zu verhindern und betroffenen Kindern zu helfen.

Nach zwei Jahren war der Filmemacher wieder in den westafrikanischen Plantagen und hat Ernüchterndes festgestellt: Die Sozialprojekte können teils nicht überzeugen, die Kinder werden beispielsweise in halb-fertiggestellten Schulen unterrichtet. Gemessen an einem Jahresumsatz von rund 130 Mrd. Euro der größten Schokoladeunternehmen wurden mit knapp 350.000 € weniger als 0,0003 % für Sozialprojekte ausgegeben.

Noch viel schlimmer: Es gibt weiterhin Kinderarbeit und den Handel mit Kindern aus den Nachbarstaaten. Die eigenen Kontrollen durch die Industrie sind nicht wirksam.

Dies deckt sich mit den langjährigen Erfahrungen von XertifiX im Natursteinbereich. Durch die Selbstkontrolle der Industrie wird Kinderarbeit nicht wirksam ausgeschlossen. Zudem mag es zwar schön sein, auf partnerschaftlicher Basis mit den Zulieferern zu stehen. Aber ohne unabhängige und vor allem unangekündigte Kontrollen bekommt man das Problem Kinder- und Sklavenarbeit nicht in den Griff. Die partnerschaftliche Zusammenarbeit ergibt nur bei der Verbesserung der Arbeitsbedingungen der erwachsenen Arbeiter Sinn.

siehe: Schmutzige Schokolade II

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