Gefälschte Zertifikate in Umlauf

Seit der Gründung des Vereins XertifiX vor fast 3 Jahren tauchten immer wieder Zertifikate bzw. Selbstbescheinigungen auf, die sich indische Unternehmer auf Nachfrage von deutschen Handelspartnern selbst ausgestellt haben. Allerdings können solche Bescheinigungen oder so genannte „verbindliche Erklärungen“ nicht als glaubwürdig betrachtet werden, denn schon die Definition von „Zertifikat“ besagt, dass eine Zertifizierung nicht selbst, sondern nur von einer dafür qualifizierten, unabhängigen Instanz vorgenommen werden kann. Eine solche unabhängige Instanz kann zum Einen eine internationale, unabhängige Organisation, zum Anderen der Staat darstellen. In Bezug auf unabhängige Institutionen kam beispielsweise ein UNESCO-Siegel auf den Markt, dessen Ausstellung allerdings von verantwortlichen Stellen der UNESCO als Fälschung enttarnt wurde. Die UNESCO ist für das Weltkulturerbe zuständig und hat nichts mit fairer Beschaffung, schon gar nicht mit indischen Steinen, zu tun. Auch UNICEF hat versichert, dass sie niemals derartige Bescheinigungen ausgestellt haben oder zukünftig ausstellen werden.

Bezüglich sogenannter staatlicher Bescheinigungen kann berichtet werden, dass auf Nachfrage beim stellvertretenden indischen Arbeitsminister, der mit dem Vorsitz der staatlichen Kommission zur Abschaffung der Kinderarbeit betraut ist, vor laufender Kamera (WDR) von diesem bestätigt wurde, dass solche Papiere nicht ausgestellt werden und alle Siegel, die sich als solche ausgegeben, gefälscht sind.

Wir bitten folglich darum, dass Informationen über fragliche Zertifikate, seien sie scheinbar von unabhängigen Organisationen oder vom indischen Staat ausgestellt, an uns weitergeleitet werden, da sich z.B. der indische Staat eine rechtliche Verfolgung vorbehält.

XertifiX ist damit weiterhin die einzige unabhängige Institution weltweit, die aufgrund unangekündigter, unabhängiger Kontrollen in den Exportsteinbrüchen Indiens ein Zertifikat „Garantiert ohne Kinderarbeit“ ausstellen kann.

05.08.08: Auch die UNESCO hat reagiert:
http://www.unesco.de/uho_8_2008_zertifikate.html

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